Die Story
Am 26.01.2002 versammeln sich die Ältesten der zahlreichen Aborigine-Nationen an der “Aboriginal Tent Embassy” in Canberra und
beschließen, dass es an der Zeit ist, an der traurigen Situation ihres Volkes etwas zu ändern. Und um die Medien zu erreichen, muss zu drastischen Mitteln gegriffen werden. Symbolisch für das Land, das ihnen gestohlen und für das nie bezahlt wurde, wird die Entscheidung gefällt, die heiligen Totems Känguru und Emu zurückzuholen, die von der
weißen Regierung als Symbole auf dem australischen Staatswappen verwendet werden. Uncle Kevin Buzzacott von der Arabunna Nation ist derjenige, der es auf sich nimmt, das Bronzewappen vom Parlamentsgebäude zu holen. Er wird festgenommen und wartet drei Jahre lang auf sein Gerichtsverfahren, wobei er zwar auf Kaution frei ist, aber seinen Staat South Australia nicht verlassen darf und sich wöchentlich bei der Polizei melden muss.
Am 29.03.2005 beginnt das Verfahren am Supreme Court Canberra. Die Anklage lautet Diebstahl, der Angeklagte ist Kevin Buzzacott und die Klägerin die Königin von England. Die Entscheidung über das Urteil wird eine 12köpfige Jury treffen - alle 12 sind
weiß. Im Verlauf der folgenden 1½ Wochen testet Kevin Buzzacott systematisch, wie weit er gehen kann, indem er vor Gericht seine traditionelle Kriegsbemalung trägt, das heilige Feuer vor das Gerichtsgebäude bringen lässt und am Tag der Urteilsverkündung dem Gericht fernbleibt, um sich am heiligen Feuer der Aboriginal Zeltbotschaft durch eine Zeremonie zu heilen. Zwei Polizisten erscheinen und zermürbende Verhandlungen, ob er freiwillig zum Gericht zurückkehren wird, beginnen. Schließlich, nach fast sechs Stunden, wird der Angeklagte in der einbrechenden Dunkelheit, unter dem verzweifelten Widerstand seiner Mitstreiter, in einer dramatischen Aktion durch 40 Polizisten verhaftet. Nach einer Nacht im Gefängnis wird am nächsten Tag durch die Jury das Urteil gefällt: schuldig des Diebstahls. Kevin Buzzacott gibt nicht auf und legt einige Tage später mit dem Beistand hunderter hauptsächlich
weißer Mitstreiter einen Widerspruch vor dem Obersten Gericht in Melbourne ein.
Der Zuschauer wird durch Interviews mit einer alten Aborigine Dame namens Wadjularbinna Nulyarimma durch den Film geführt, die sachliche, aber sehr eindringliche Erklärungen zu den Geschehnissen abgibt. Der Film lebt von seiner Nähe zu den Protagonisten. Im Verlauf des Filmes wird für den Zuschauer deutlich, dass der “Diebstahl” des Kängurus und des Emus nur
symbolisch für das 200 Jahre alte Thema des Völkermordes an den Ureinwohnern steht. Es geht um schwarz und
weiß, grundverschiedene Sichtweisen, Menschenrechte und jene, die dafür kämpfen.
28.30 Minuten, englisch mit deutschen Untertiteln
Produktion, Drehbuch, Kamera, Schnitt Maren Kiesbye 2005, Co-Produktion Cinetafilm,
Berlin.Übrigens, "kangaroo
and emu" kann als Vortrag gebucht werden (geeignet z.B. für: politischen
Unterricht in Schulen ab 9. Klasse, Jahreshauptversammlungen von Vereinen,
Erwachsenenbildung und sonstigen interessierten Gruppen).
Der Vortrag "Die politische Situation der australischen Aborigines" hat eine
Gesamtlänge von etwa einer Stunde. Er beginnt damit, dass die Filmemacherin
Maren Kiesbye einen allgemeinen Eindruck über die traurige Situation der
australischen Ureinwohner vermittelt. Dann wird der ca. halbstündige
Dokumentarfilm "kangaroo and emu" gezeigt. Beeindruckend vor allem durch die
Nähe zu den Charakteren und die Authentizität der dokumentierten Geschichte,
läßt "kangaroo and emu" den Zuschauer in eine völlig andere Welt eintauchen.
Nach dem Film steht Maren Kiesbye gerne für Fragen und Diskussionen zur
Verfügung.
Benötigt werden ein Beamer, eine Leinwand und eine
Audioanlage.
Infos, Anfragen und Buchungen unter
info@marenkiesbye.com oder 0160-2767407.
Außerdem kann "kangaroo and emu" zum Preis von 15,- Euro
als DVD-Kopie bestellt werden.
Und hier
geht es zu einigen Zeitungsartikeln
über "kangaroo and emu";
http://www.aller-zeitung.de/az-lokal/267068.html
http://www.mainpost.de/specials/campus/campus-news/art6696,3200440.html